"Der Kult des Todes ist, wenn er tiefgründig und vollkommen ist, auch ein Kult des Lebens. Beide sind untrennbar. Eine Kultur, die den Tod verleugnet, verleugnet auch das Leben."
Octavio Paz: "Das Labyrinth der Einsamkeit"

Der Tod ist in Mexiko mitten im Leben allgegenwärtig. Die mexikanische Kultur belegt den Tod nicht mit einem Tabu, begegnet ihm nicht nur mit Angst, Trauer und Zorn, sondern auch mit trotziger Lebensfreude und einer gehörigen Portion Sarkasmus. Nie wird dies deutlicher als am Día de los Muertos, dem Tag der Toten. Im alten Mexiko glaubten die Menschen, dass die Toten einmal im Jahr, zum Ende der Erntezeit, zu Besuch aus dem Jenseits kämen und mit den Lebenden ein fröhliches Fest mit Musik, Essen und Trinken feierten. Die spanischen Eroberer konnten diesen Volksglauben nicht ausrotten, und so verschmolz das Fest der Azteken mit den christlichen Feiertagen Allerheiligen und Allerseelen.
Dazu wird zu Ehren der Toten eine sogenannte „ofrenda“ aufgebaut. Das ist eine Art Gabentisch oder Altar, der wundervoll dekoriert ist mit einem Foto, leuchtend orangenen Blumen, vielen Kerzen sowie mit skurrilen Todessymbolen, Skeletten und Schädel aus Schokolade, Zucker oder Pappmaché. Dazu findet jede Seele eines Toten bei ihrem Besuch Speisen und Getränke vor, die sie schon zu Lebzeiten erfreut haben.

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